VWL

Volkswirtschaft Abitur 2020

Globalisierung

G

Globa­lisierung

B

Beschleu­niger der Globa­lisierung

E

Erscheinungs­formen der Globa­lisierung

E

Ent­wick­lung des Güter­marktes

B

Bsp. eines Forder­ungs­kataloges

A

Auswir­kungen auf die Arbeits­welt

G

Global Player

S

Standort­faktoren

D

Deter­mina­ten für die Wachstums­entwick­lungen

T

Tobin-Steuer

Globa­lisierung

Globalisierung ist ein Prozess der Vernetzung über Grenzen hinweg in allen Bereichen wie Wirtschaft, Sozial und Information. Beschleunigt wird sie durch die rasante Weiterentwicklung der Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Ausbau der Transportwege und -geschwindigkeit.

Die hohen Arbeitslosenquoten in einigen Industrieländern, welche der Globalisierung zugesprochen werden, können mit Reszissionspolitik also Investitionen, Steuersenkungen und Umschulungen bewältigt werden. 

Beispiel

Die Vernetzung der Produktionsprozesse international zum Ausschöpfen der Opportunitätsvorteile und Erschließung neuer Märkte. So wird Kleidung auf der ganzen Welt hergestellt. In Amerika designet, Stoffe u. a. aus Pakistan, in asiatischen oder afrikanischen Ländern und geschneidert, gefärbt bis sie in Deutschland in den Läden landen.

Beschleu­niger der Globa­lisierung

Globalisierungs-beschleunigerWohlstandsgewinnOffener Austausch erzielt mehrErtragAlso ein größerer Wohlstands-gewinnMärkte und Produktion werdenmehr von einander abhängigLiberalisierungStarke Staaten konnten den Abbauvon Handelshemmnissen erwirkenDeregulierungKonkurrenz auf dem ganzenGlobusDigitalesInnovationen in Mikroelektronik,Telekommunikation undInformationsverarbeitungDichtes KommunikationsnetzNeue Zielgruppen werden erreichtVerkehrstechnologieAusbau von VerkehrsinfrastrukturSinkende TransportkostenVereinheitlichungen technischer NormenContainerschiffe90% des Welthandels nutzen das Wassererhöhte TransportkapazitätkostengünstigKapitalverkehrInternationaler Kapitalmarkt90% der Gelder, die sich täglich bewegen werdennicht zum Bezahlen von Gütern genutztGeld ist zur Ware gewordenFinanzpolitischeZerrüttungen

Erscheinungs­formen der Globa­lisierung

Vorteile liberalisierter Märkte

Der Abbau von staatlichen Vorschriften der Finanzmärkte und zum Kapitalverkehr global führt zu:

  • schnellerer und flexiblerer Handlungsfähigkeit sowie größerer Handlungsfreiheit
  • größere Erträge beim Anlegen in die rentabelsten Unternehmen
  • auch kleine Unternehmen können Investoren finden
  • größere Diversifikation zum mindern des Risikos
  • unabhängiger von Kreditinstituten
  • Kapital wird am effektivsten verwendet
  • Schneller von Depressionen erholen

Insgesamt lässt sich ein schnelleres und größeres Wachstum feststellen, von dem alle profitieren.

Risiken freier Finanzmärkte

Neben den aufgelisteten Vorteilen bei der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten auf dem globalen Finanzmarkt, birgt er auch einige Risiken. Der Zusammenschluss der nationalen Märkte und der unregulierte Wettbewerb, welcher es ermöglicht kurzfristig Gewinne zu erzielen ohne für langfristige Verluste sanktioniert zu werden, hat zur Folge, dass eine kleine Krise Länder übergreifend wirkt und schlagartig Vertrauen weltweit verloren geht. So verbreitet sich neben den Krisen auch die Panik extrem schnell. Der Herdentrieb, bei dem Anleger der Mehrheit folgen unter dem Glauben, dass sie eine Information besitzt, welche das Investment positiv von den anderen unterscheidet und sie nicht besitzen, evtl. auch gar nicht existiert wird durch den vergrößerten Markt verstärkt, was zu risikoreicheren, schlechteren Investments führen kann. Außerdem ist aufzupassen, dass Entwicklungsländer, die zwar stark von Investments profitieren könne nicht ausgenutzt werden und u. a. unter finanzpolitischen Zerrüttungen leiden werden.

Vergleich der Asienkrise mit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008

Die Asienkrise entstand durch den massiven Verkauf des thailändischen Baht 1977, weil die erhofften Wachstumsraten ausfielen. Während in den USA mit der Niedrigzinspolitik Einkommensschwache einfacher in den Besitz von Immobilien kamen und deren Hypotheken und Kredite als gebündelte Wertpapiere durch hohe Ratings völlig über Wert verkauft wurden, bis 2008 mit der Insolvenz der Banken Lehmann Brothers und Merrill Lynch (kurz vorher noch aufgekauft) die Blase platzte. Generell sind in beiden Fällen mehrere Länder betroffen. So sind es bei der Asienkrise u. a. die Philippinen, Indonesien, Südkorea, Malaysia und Honkong und im Fall der Finanzmarktkrise fast alle Länder. Auch der Zusammenbruch der Wirtschaft, die darauf folgende Depression und der schnelle Aufschwung innerhalb kürzester Zeit sind vergleichbar. Außerdem beschleunigten sich beide Krisen durch Panikreaktionen und Misstrauen. Dennoch ist festzuhalten, dass die Finanzmarktkrise stärker und all umfassender Zuschlug („Krise ohne historischem Vorbild“), was sich u. a. durch die fortgeschrittene Globalisierung und Vernetzung der Märkte begründen lässt. Auslöser bzw. Akteure der Krisen sind einmal die Spekulanten und Rating Agenturen, aber auch fehlende Aufsichtsbehörden die frühzeitig intervenieren hätten können, sowie in Panik verfallende Anleger trugen anteilig zur Krise bei

Ent­wick­lung des Güter­marktes

Wachstum des Warenexport

Index (1960 = 1), in konstanten Preisen, Entwicklung in Prozent, weltweit 1960 bis 2018Quelle: World Trade Organization (WTO): World Trade Statistical Review 2019; eigene BerechnungenIndex3124756891011121314151617181901960197019801990200020052007200820092010201120122014201620172018JahrWarenexport15,615,615,313,210,45,63,82,318,417,716,816,413,719,719,2Warenproduktion1,72,53,44,65,35,75,85,65,96,06,26,56,87,07,3Entwicklung in Prozent3,74,55,32,42,85,214,127,215,886,346,067,7127,32,32,83,05,25,23,2-2,11,48,14,115,432,036,247,971,12,1-12,1Warenexport 1960 bis 2018: + 1.874% Warenproduktion 1960 bis 2018: + 625%

Die Grafik der Bundeszentrale für politische Bildung aus den Informationen der WTO zeigt die prozentuale Steigerung über den Zeitraum von 58 Jahren (1960 bis 1018). Der Warenexport ver-19,7-fachte sich real[i] (bei gleichbleibenden Preisen) sowie die Weltwarenproduktion um das 7,3-fache.

Daraus ergibt sich ein Anstieg von 9,3 auf 25,4 Prozent der exportierten Waren am Welt-BIP. Also 25,4 Prozent aller erwirtschafteten Leistungen, die im Bruttoinlandsprodukt der Welt gemessen werden, wurden mit exportierten Waren erreicht. Die Verflechtungen des Handels bis 1990 sorgten für eine reale Steigerung des Warenexports um 86,3% von 1990 bis 2000.

Besonders anschaulich werden die internationalen Beziehungen mit der Finanzkrise 2008/9, welche für einen stark sinkenden realen Warenexport von 12,1 % sorgte. Es ist auch in der Grafik ersichtlich. Die Warenproduktion hingegen hatte nur einen ganz kleinen Dämpfer abgekommen. Der Export wurde kurz danach zwischen 2009 und 2010 aber schon mit 14,1 % Zunahme wieder ausgeglichen.

Mit der Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums (ver-2,5-facht) relativiert sich die Zunahme Warenhandels. Trotzdem erhöhte sich Weltwarenexport pro Kopf zwischen 1960 und 2018 real um den Faktor 7,8.

Zwischen 1980 und 2013 nahm der Wert des Weltwarenexports durchschnittlich um 7,0 Prozent pro Jahr zu. Noch stärker wuchs mit 7,8 Prozent pro Jahr der Wert des Dienstleistungsexports.

Warengruppen


Von 1960 bis 2013 (real)
Landwirtschaftsprodukte + 465 %
Brennstoffen und Bergbauprodukte + 415 %
Fertigwaren + 3.200 % (das 7,3 fache der anderen Gruppen)

In Folge dessen verschoben sich die Anteile am Export in der Landwirtschaft von knapp 24 auf rund 65 Prozent. Zeitgleich verloren die beiden anderen Gruppen entsprechend. Der Bergbau reduzierte sich von etwa 52 % auf knapp 22 % in 53 Jahren. Allein die Produktgruppen Maschinen und Transport (gehören zu den Fertigwaren) hatten 2013 den größten Anteil von 32,4 Prozent am weltweiten Warenexport.

Es wird nicht mehr gehandelt, weil die Länder bestimmte Güter nicht herstellen können, sondern um die Kostenvorteile auszunutzen. Es herrscht größere Konkurrenz.

Interregionaler Warenhandel

3352110216189319323483131954263199720512221902644399244205001000150020002500300019802013198020131980201319802013West-EuropaNordamerikaAsienVerbleibendeStaatenImportExport

Wie zusehen ist, stieg in der Warenhandel der Triaden sowie im Rest der Welt enorm an. Bemerkenswert ist, dass die jeweiligen Regionen sich mit dem Rest der Welt vergleichen können. Neben dem in der Grafik gezeigten Export wurde 2013 mehr als die Hälfte des Weltwarenexports intraregional (innerhalb der Region) gehandelt.

Triadisierung (Rumpfglobalisierung) beschreibt dabei die Reduzierung auf die drei Akteure in der Globalisierung.


Quellen:
O. V.; 27.01.20; URL: https://www.bpb.de/52543
O. V.; 27.01.20; URL: https://www.bpb.de/52564
O. V.; 27.01.20; URL: https://www.bpb.de/52557
O. V.; 27.01.20; URL: https://www.bpb.de/52547

Bsp. eines Forder­ungs­kataloges

Was tun gegen drohende Massenarbeitslosigkeit?

Sehr geehrte Abgeordnete des deutschen Bundestages,
mit der fortschreitenden Globalisierung, dem Abbau von Handelshemmnissen und der steigenden Liberalisierung werden immer mehr einfache Tätigkeiten in Länder mit niedrigsten Lohn- und Umweltstandards outgesourced, um den dort herrschenden Kostenvorteil auszuschöpfen. Deswegen sehen immer mehr ihre soziale Sicherheit und Zukunftschancen gefährdet. Mit dem neuen, essentiellen Einstellungsfaktor Wissen und der immer schneller voranschreitenden Entwicklung wird eine immer höhere Bildung benötigt. Desweiteren hat sich ein neuer Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt, der in alle Arbeitsbereiche übergehen wird. Um auch langfristig eine hohe Beschäftigungsquote halten zu könne fordere ich:

  1. mehr und vor allem auch effektivere Weiterbildungsangebote, die auch für Alleinerziehende und andere Personen mit schwierigen Lebensbedingungen eine Chance in eine neue Zunkunft geben können,
  2. dass deutlich mehr Maßnahmen für unser digitales Zeitalter umgesetzt werden und somit Schüler die Möglichkeit haben in veränderten Arbeitsfeldern konkurrenzfähig bleiben können,
  3. ein gerechteres Bildungssystem, dass Ärmere und Kinder aus bildungsfernen Haushalten nicht benachteiligt und ihnen die Bildung zur Verfügung stellt, die sie verdient haben,
  4. neben dem Ausgleich des Lehrermangels auch eine Reform des Bildungssystems, sodass Schüler (bis zu einem gewissen Grad) dort abgeholt werden, wo sie sind
  5. ein späterer Schulbeginn, da Jugendliche nachweislich durch die Umstellung des Körpers zu früh aufstehen müssen
  6. und eine deutlich frühere Joborientierung mit der Kinder ein Lernziel haben, dass sie motiviert einen hohen Bildungsgrad zu erreichen.

Bildung ist der Schlüssel zu Wohlstand, nicht nur des einzelnen sondern der Gemeinschaft und Deutschland darf nicht noch weiter zurückfallen.

gez. ein Schüler des beruflichen Gymnasium Wirtschaft

Auswir­kungen auf die Arbeits­welt

  • Menschen mit geringen Qualifikationen in Industrieländern sehen ihre soziale Sicherheit und Zukunftschancen gefährdet
  • outsourcing in Länder mit
    • niedrigen Lohnkosten,
    • minimalen Umweltstandards und
    • schwachen sozialen Sicherungssystemen
  • zur Arbeitsplatzsicherung braucht man ein immer höheres Ausbildungsniveau und innovative Fähigkeiten
  • sie werden dementsprechend bezahlt
  • neuer Arbeitsmarkt bei Informations- und Kommunikationstechnologien, weil es eine hohe Qualifikation braucht
  • vergrößerte Spanne zwischen arm und reich
  • Wissen wird zum Einstellungsfaktor
  • von überall aus Arbeiten möglich übers Internet

Global Player

  • deutsch: multinationale Unternehmen bzw. Multis
  • international tätig
  • in mehreren Ländern vertreten mit:
    • Tochterunternehmen,
    • Betriebsstätten oder
    • Niederlassungen
  • können viele Käufer ansprechen
  • Fast alle Planungsaktivitäten wie Produktentwicklungen werden aus dem Heimatland gesteuert.
  • nutzen Standortvorteile und Rohstoffbezugsquellen zu ihrem Vorteil

Standort­faktoren

Ein Wirtschaftsstandort sind heutzutage ganze Regionen oder Länder, ab denen Unternehmen produzieren oder vertreiben. Er ist langfristig wichtig, da die Rahmenbedingungen wie Steuer-, Sozial- und politisches System oder auch Infrastruktur die Entwicklung stark beeinflussen.

  • hart: gut messbar und sehr relevant
  • weich: kaum messbar und zweitrangig
Messbarkeit (fallend)Relevanz (fallend)harte Standortfaktorenweiche StandortfaktorenFlächen-verfügbarkeitsoziales KlimaVerkehrs-anbindungSchulen„Unternehmensfreundlichkeit“der VerwaltungWohnwertSteuernregionalerAbsatzmarkt

Deter­mina­ten für die Wachstums­entwick­lungen

  • politisches System und
  • kulturelle / religiöse Aspekte haben auch Einfluss; aber keine kausale Wirkungskette
  • Bevölkerungswachstum
    • Einfluss in der Weltwirtschaft haben auch Länder mit absoluter Größe trotz kleinem BIP/Kopf
    • Demografie
    • Ältere
      • nicht so innovations- und neuerungsbereit
      • verlangsamen Wachstum
    • Jüngere
      • experimentierfreudig, aufgeschlossen
      • nicht genügend Beschäftigung ⇒ politische und soziale Instabilität
  • Investitionsquote
    • private Investitionen
    • Investitionen insgesamt
    • erweitert und sichert Produktionsmöglichkeiten
    • generell: hohe Investitionsquote ⇒ hohes Einkommen/Kopf
    • auch wichtig: Infrastruktur
  • Humankapital
    • wichtigster Faktor
    • Wissen und Fähigkeiten
    • Bildungsunterschied erklärt Einkommensunterschied
    • messbar durch Forschungs- und Innovationsausgaben
  • Handelsoffenheit
    • Protektionismus: geringes Wachstum
    • Wettbewerbsdruck
    • Effizientsfortschritte
    • abgeschaute Managementtechniken
    • Skalenertrag / Niveaugrenzprodukt, die Steigerungsrate an, mit der sich der Output bei proportionaler Erhöhung des Inputs erhöht

Tobin-Steuer

Tobin-Steuer

  • Symbol der Globalisierungskritiker
  • Idee von Tobin 1 % auf alle Devisengeschäfte an der Börse zu erheben
  • Spekulationssteuer
  • Viele Investoren legen ihr Geld nur sehr kurzfristig an und wird es schlagartig aus einem Land gezogen muss es hohe Zinsen erheben, um die Währung attraktiv zu halten, was schlecht für die inländische Wirtschaft ist.
  • Die Steuer würde kurzfristige Anlagen unattraktiv machen, was den Kapitalmarkt stabilisiert
  • Tobin geht es um das Bremsen des Devisenhandels nicht um den Erlös der Steuer

Attac

Französisch für: Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Er ist ein Interessenverein, der die Globalisierung anders als nur ökonomisch gestaltet haben möchte. So fordert er eine Spekulationssteuer von 0,1-0,25 % die Dritte-Welt-Länder zum Aufbau zugute kommen soll.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-tobin-steuer-a-154674.html (Zugriff: 07.03.2020)
Informationen zur politischen Bildung Nr. 280/2003, S. 26.