Globalisierung ist ein Prozess der Vernetzung über Grenzen hinweg in allen Bereichen wie Wirtschaft, Sozial und Information. Beschleunigt wird sie durch die rasante Weiterentwicklung der Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Ausbau der Transportwege und -geschwindigkeit.
Die hohen Arbeitslosenquoten in einigen Industrieländern, welche der Globalisierung zugesprochen werden, können mit Reszissionspolitik also Investitionen, Steuersenkungen und Umschulungen bewältigt werden.
Beispiel
Die Vernetzung der Produktionsprozesse international zum Ausschöpfen der Opportunitätsvorteile und Erschließung neuer Märkte. So wird Kleidung auf der ganzen Welt hergestellt. In Amerika designet, Stoffe u. a. aus Pakistan, in asiatischen oder afrikanischen Ländern und geschneidert, gefärbt bis sie in Deutschland in den Läden landen.
Beschleuniger der Globalisierung
Erscheinungsformen der Globalisierung
Vorteile liberalisierter Märkte
Der Abbau von staatlichen Vorschriften der Finanzmärkte und zum Kapitalverkehr global führt zu:
schnellerer und flexiblerer Handlungsfähigkeit sowie größerer Handlungsfreiheit
größere Erträge beim Anlegen in die rentabelsten Unternehmen
auch kleine Unternehmen können Investoren finden
größere Diversifikation zum mindern des Risikos
unabhängiger von Kreditinstituten
Kapital wird am effektivsten verwendet
Schneller von Depressionen erholen
Insgesamt lässt sich ein schnelleres und größeres Wachstum feststellen, von dem alle profitieren.
Risiken freier Finanzmärkte
Neben den aufgelisteten Vorteilen bei der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten auf dem globalen Finanzmarkt, birgt er auch einige Risiken. Der Zusammenschluss der nationalen Märkte und der unregulierte Wettbewerb, welcher es ermöglicht kurzfristig Gewinne zu erzielen ohne für langfristige Verluste sanktioniert zu werden, hat zur Folge, dass eine kleine Krise Länder übergreifend wirkt und schlagartig Vertrauen weltweit verloren geht. So verbreitet sich neben den Krisen auch die Panik extrem schnell. Der Herdentrieb, bei dem Anleger der Mehrheit folgen unter dem Glauben, dass sie eine Information besitzt, welche das Investment positiv von den anderen unterscheidet und sie nicht besitzen, evtl. auch gar nicht existiert wird durch den vergrößerten Markt verstärkt, was zu risikoreicheren, schlechteren Investments führen kann. Außerdem ist aufzupassen, dass Entwicklungsländer, die zwar stark von Investments profitieren könne nicht ausgenutzt werden und u. a. unter finanzpolitischen Zerrüttungen leiden werden.
Vergleich der Asienkrise mit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008
Die Asienkrise entstand durch den massiven Verkauf des
thailändischen Baht 1977, weil die erhofften Wachstumsraten ausfielen. Während
in den USA mit der Niedrigzinspolitik Einkommensschwache einfacher in den
Besitz von Immobilien kamen und deren Hypotheken und Kredite als gebündelte
Wertpapiere durch hohe Ratings völlig über Wert verkauft wurden, bis 2008 mit
der Insolvenz der Banken Lehmann Brothers und Merrill Lynch (kurz vorher noch
aufgekauft) die Blase platzte. Generell sind in beiden Fällen mehrere Länder
betroffen. So sind es bei der Asienkrise u. a. die Philippinen, Indonesien,
Südkorea, Malaysia und Honkong und im Fall der Finanzmarktkrise fast alle
Länder. Auch der Zusammenbruch der Wirtschaft, die darauf folgende Depression
und der schnelle Aufschwung innerhalb kürzester Zeit sind vergleichbar.
Außerdem beschleunigten sich beide Krisen durch Panikreaktionen und Misstrauen.
Dennoch ist festzuhalten, dass die Finanzmarktkrise stärker und all umfassender
Zuschlug („Krise ohne historischem Vorbild“), was sich u. a. durch die
fortgeschrittene Globalisierung und Vernetzung der Märkte begründen lässt.
Auslöser bzw. Akteure der Krisen sind einmal die Spekulanten und Rating Agenturen,
aber auch fehlende Aufsichtsbehörden die frühzeitig intervenieren hätten
können, sowie in Panik verfallende Anleger trugen anteilig zur Krise bei
Entwicklung des Gütermarktes
Wachstum des Warenexport
Die Grafik der Bundeszentrale für politische Bildung aus den Informationen der WTO zeigt die prozentuale Steigerung über den Zeitraum von 58 Jahren (1960 bis 1018). Der Warenexport ver-19,7-fachte sich real[i] (bei gleichbleibenden Preisen) sowie die Weltwarenproduktion um das 7,3-fache.
Daraus ergibt sich ein Anstieg von 9,3 auf 25,4 Prozent der exportierten Waren am Welt-BIP. Also 25,4 Prozent aller erwirtschafteten Leistungen, die im Bruttoinlandsprodukt der Welt gemessen werden, wurden mit exportierten Waren erreicht. Die Verflechtungen des Handels bis 1990 sorgten für eine reale Steigerung des Warenexports um 86,3% von 1990 bis 2000.
Besonders anschaulich werden die internationalen Beziehungen mit der Finanzkrise 2008/9, welche für einen stark sinkenden realen Warenexport von 12,1 % sorgte. Es ist auch in der Grafik ersichtlich. Die Warenproduktion hingegen hatte nur einen ganz kleinen Dämpfer abgekommen. Der Export wurde kurz danach zwischen 2009 und 2010 aber schon mit 14,1 % Zunahme wieder ausgeglichen.
Mit der Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums (ver-2,5-facht) relativiert sich die Zunahme Warenhandels. Trotzdem erhöhte sich Weltwarenexport pro Kopf zwischen 1960 und 2018 real um den Faktor 7,8.
Zwischen 1980 und 2013 nahm der Wert des Weltwarenexports durchschnittlich um 7,0 Prozent pro Jahr zu. Noch stärker wuchs mit 7,8 Prozent pro Jahr der Wert des Dienstleistungsexports.
Warengruppen
Von 1960 bis 2013 (real)
Landwirtschaftsprodukte
+ 465 %
Brennstoffen und Bergbauprodukte
+ 415 %
Fertigwaren
+ 3.200 % (das 7,3 fache der anderen Gruppen)
In Folge dessen verschoben sich die Anteile am Export in der Landwirtschaft von knapp 24 auf rund 65 Prozent. Zeitgleich verloren die beiden anderen Gruppen entsprechend. Der Bergbau reduzierte sich von etwa 52 % auf knapp 22 % in 53 Jahren. Allein die Produktgruppen Maschinen und Transport (gehören zu den Fertigwaren) hatten 2013 den größten Anteil von 32,4 Prozent am weltweiten Warenexport.
Es wird nicht mehr gehandelt, weil die Länder bestimmte Güter nicht herstellen können, sondern um die Kostenvorteile auszunutzen. Es herrscht größere Konkurrenz.
Interregionaler Warenhandel
Wie zusehen ist, stieg in der Warenhandel der Triaden sowie im Rest der Welt enorm an. Bemerkenswert ist, dass die jeweiligen Regionen sich mit dem Rest der Welt vergleichen können. Neben dem in der Grafik gezeigten Export wurde 2013 mehr als die Hälfte des Weltwarenexports intraregional (innerhalb der Region) gehandelt.
Triadisierung (Rumpfglobalisierung) beschreibt dabei die Reduzierung auf die drei Akteure in der Globalisierung.
Sehr geehrte Abgeordnete des deutschen Bundestages, mit der fortschreitenden Globalisierung, dem Abbau von Handelshemmnissen und der steigenden Liberalisierung werden immer mehr einfache Tätigkeiten in Länder mit niedrigsten Lohn- und Umweltstandards outgesourced, um den dort herrschenden Kostenvorteil auszuschöpfen. Deswegen sehen immer mehr ihre soziale Sicherheit und Zukunftschancen gefährdet. Mit dem neuen, essentiellen Einstellungsfaktor Wissen und der immer schneller voranschreitenden Entwicklung wird eine immer höhere Bildung benötigt. Desweiteren hat sich ein neuer Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt, der in alle Arbeitsbereiche übergehen wird. Um auch langfristig eine hohe Beschäftigungsquote halten zu könne fordere ich:
mehr und vor allem auch effektivere Weiterbildungsangebote, die auch für Alleinerziehende und andere Personen mit schwierigen Lebensbedingungen eine Chance in eine neue Zunkunft geben können,
dass deutlich mehr Maßnahmen für unser digitales Zeitalter umgesetzt werden und somit Schüler die Möglichkeit haben in veränderten Arbeitsfeldern konkurrenzfähig bleiben können,
ein gerechteres Bildungssystem, dass Ärmere und Kinder aus bildungsfernen Haushalten nicht benachteiligt und ihnen die Bildung zur Verfügung stellt, die sie verdient haben,
neben dem Ausgleich des Lehrermangels auch eine Reform des Bildungssystems, sodass Schüler (bis zu einem gewissen Grad) dort abgeholt werden, wo sie sind
ein späterer Schulbeginn, da Jugendliche nachweislich durch die Umstellung des Körpers zu früh aufstehen müssen
und eine deutlich frühere Joborientierung mit der Kinder ein Lernziel haben, dass sie motiviert einen hohen Bildungsgrad zu erreichen.
Bildung ist der Schlüssel zu Wohlstand, nicht nur des einzelnen sondern der Gemeinschaft und Deutschland darf nicht noch weiter zurückfallen.
gez. ein Schüler des beruflichen Gymnasium Wirtschaft
Auswirkungen auf die Arbeitswelt
Menschen mit geringen Qualifikationen in Industrieländern sehen ihre soziale Sicherheit und Zukunftschancen gefährdet
outsourcing in Länder mit
niedrigen Lohnkosten,
minimalen Umweltstandards und
schwachen sozialen Sicherungssystemen
zur Arbeitsplatzsicherung braucht man ein immer höheres Ausbildungsniveau und innovative Fähigkeiten
sie werden dementsprechend bezahlt
neuer Arbeitsmarkt bei Informations- und Kommunikationstechnologien, weil es eine hohe Qualifikation braucht
vergrößerte Spanne zwischen arm und reich
Wissen wird zum Einstellungsfaktor
von überall aus Arbeiten möglich übers Internet
Global Player
deutsch: multinationale Unternehmen bzw. Multis
international tätig
in mehreren Ländern vertreten mit:
Tochterunternehmen,
Betriebsstätten oder
Niederlassungen
können viele Käufer ansprechen
Fast alle Planungsaktivitäten wie Produktentwicklungen werden aus dem Heimatland gesteuert.
nutzen Standortvorteile und Rohstoffbezugsquellen zu ihrem Vorteil
Standortfaktoren
Ein Wirtschaftsstandort sind heutzutage ganze Regionen oder Länder, ab denen Unternehmen produzieren oder vertreiben. Er ist langfristig wichtig, da die Rahmenbedingungen wie Steuer-, Sozial- und politisches System oder auch Infrastruktur die Entwicklung stark beeinflussen.
hart: gut messbar und sehr relevant
weich: kaum messbar und zweitrangig
Determinaten für die Wachstumsentwicklungen
politisches System und
kulturelle / religiöse Aspekte haben auch Einfluss; aber keine kausale Wirkungskette
Bevölkerungswachstum
Einfluss in der Weltwirtschaft haben auch Länder mit absoluter Größe trotz kleinem BIP/Kopf
Demografie
Ältere
nicht so innovations- und neuerungsbereit
verlangsamen Wachstum
Jüngere
experimentierfreudig, aufgeschlossen
nicht genügend Beschäftigung ⇒ politische und soziale Instabilität
Investitionsquote
private Investitionen
Investitionen insgesamt
erweitert und sichert Produktionsmöglichkeiten
generell: hohe Investitionsquote ⇒ hohes Einkommen/Kopf
auch wichtig: Infrastruktur
Humankapital
wichtigster Faktor
Wissen und Fähigkeiten
Bildungsunterschied erklärt Einkommensunterschied
messbar durch Forschungs- und Innovationsausgaben
Handelsoffenheit
Protektionismus: geringes Wachstum
Wettbewerbsdruck
Effizientsfortschritte
abgeschaute Managementtechniken
Skalenertrag / Niveaugrenzprodukt, die Steigerungsrate an, mit der sich der Output bei proportionaler Erhöhung des Inputs erhöht
Tobin-Steuer
Tobin-Steuer
Symbol der Globalisierungskritiker
Idee von Tobin 1 % auf alle Devisengeschäfte an der Börse zu erheben
Spekulationssteuer
Viele Investoren legen ihr Geld nur sehr kurzfristig an und wird es schlagartig aus einem Land gezogen muss es hohe Zinsen erheben, um die Währung attraktiv zu halten, was schlecht für die inländische Wirtschaft ist.
Die Steuer würde kurzfristige Anlagen unattraktiv machen, was den Kapitalmarkt stabilisiert
Tobin geht es um das Bremsen des Devisenhandels nicht um den Erlös der Steuer
Attac
Französisch für: Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Er ist ein Interessenverein, der die Globalisierung anders als nur ökonomisch gestaltet haben möchte. So fordert er eine Spekulationssteuer von 0,1-0,25 % die Dritte-Welt-Länder zum Aufbau zugute kommen soll.
Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-tobin-steuer-a-154674.html (Zugriff: 07.03.2020) Informationen zur politischen Bildung Nr. 280/2003, S. 26.