VWL

Volkswirtschaft Abitur 2020

Wirtschaftspolitik

m

magische Viereck

T

Träger der Wirtschaftlichkeit

B

BIP und BNE

B

Bsp. Ziel­bezieh­ungen zu den Wirtschafts­zielen

K

Konjunk­tur­zyk­lus

K

Konjunk­tur­indi­ka­toren

K

Kritik am Inlands­produkt als Wohlstands­indikator

U

Ursache der Kon­junktur­zyklen

magische Viereck

Die 4 wirtschaftspolitischen Ziele werden vor allem durch das Stabilitätsgesetz vom 10. Mai 1967 (Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstum der Wirtschaft) vorgegeben und lauten:

Hoher Beschäftigungsgrad

max.: 3-4% Arbeitslosenquote


außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Leistungsbilanzsaldo im Verhältnis zum Nominativen BIP: 1-2% Überschuss

Stabiles Preisniveau

Steigerung des HVPI (harmonisierten Verbraucherpreis Indexes (ugs. Inflationsrate)) nahe, aber unter 2%

Stetiges wirtschaftliches Wachstum

Steigerung des realen BIPs um 3%

Ziel ist ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht.

Definition

Die Summe aller staatlichen Maßnahmen, durch die der Wirtschaftsprozess im Sinne des Ziels beeinflusst werden soll.


mit der Zeit haben sich weitere wichtige Ziele geformt wie:

  • gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung,
  • Erhaltung einer Lebenswerten Umwelt oder
  • solide Haushaltspolitik

Träger der Wirtschaftlichkeit

Entscheidungsträger

Staatliche Institutionen

  • Legislativ
    • Parlamente (Bund, Länder, Kommunen)
  • Executive
    • Regierungen (Bund, Länder, Kommunen),
    • Verwaltungen,
    • Behörden
  • Judikative
    • u. a. BVG,
    • Arbeits- und
    • Sozialgerichte

Autonome Institutionen

  • Europäisches System der Zentralbanken (EZB) (Geldpolitik)
  • Selbstverwaltungsorgane
    • Landwirtschafts-,
    • Handwerks-,
    • Industrie- und
    • Handelskammern
  • Tarifparteien
    • Gewerkschaften und
    • Arbeitgeberverbände

Institutionen unter staatlicher Aufsicht

  • Bundeskartellamt (Wettbewerbspolitik)
  • Bundesagentur für Arbeit (Arbeitsmarktpolitik)

Internationale Institutionen

  • Europäische Union (EU)
  • Internationaler Währungsfonds (IWF)
  • Welthandelsorganisation (WTO)


Einflussträger

Öffentlichrechtliche Institutionen

  • Beratend
    • Sachverständigenrat ("Rat der fünf Weisen")
    • Monopolkommission
    • Wissenschaftliche Beiräte

Private Institutionen

  • Interessengruppen
    • Verbände
    • Parteien

BIP und BNE

Beide geben den Gesamtwert der Waren und Dienstleistungen in einem bestimmten Zeitraum (zumeist ein Jahr) an. Somit sind sie ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft. Dabei wird unterschieden in

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP, engl. GDP): erwirtschaftet in einem Gebiet gleichgültig wer dies tut
  • Bruttonationaleinkommen (BNE, engl. GNE): erwirtschaftet nach Gruppe wie Nationalität unabhängig ihres jetzigen Aufenthaltsortes


Das BIP kann von verschiedenen Punkten betrachtet werden, die jeweils den Gesamtwert ergeben.

Entstehung

  • Bruttowertschöpfung
    • Baugewerbe
    • Handel, Verkehr, Gastgewerbe
    • Grundstücks- und Wohnungswesen
    • Dienstleister
    • ...
  • Gütersteuern abzüglich Güter-Subventionen

Verwendung

  • Konsumausgaben
    • private Konsumausgaben
    • Konsumausgaben des Staates
  • Bruttoinvestitionen
  • Außenbeitrag
    • Exporte
    • - Importe

Verteilung

  • Volkseinkommen
  • Produktions- und Importabgaben an den Staat abzüglich Subventionen vom Staat
  • Abschreibungen
  • = BNE
  • - Saldo der Primär-Einkommen aus der übrigen Welt


Bsp. Ziel­bezieh­ungen zu den Wirtschafts­zielen

Konjunk­tur­zyk­lus

Aufschwung (Expansion) Konjunkturzyklus Zeit Reales BIP Hochkonjunktur (Boom) Abschwung (Rezession) Reales BIP Langfristiger Wachstumstrend Produktions- potential Saisonale Schwankungen altes Tief Konjunkturtief (Krise/Depression)


Im Aufschwung steigen die Nachfrage, Preise, Produktion, Gewinne, Investitionen, Löhne, Einstellungen und es wird weniger gespart.

Im Abschwung hingegen singen die Nachfrage, Preise, Produktion, Gewinne, Investitionen, Löhne und dafür die steigen die Entlassungen und es wird mehr gespart

Konjunk­tur­indi­ka­toren

  • Zur Bewertung und Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung
  • Beispiele wirtschaftlicher Kenngrößen:
    • Entwicklung der Preise, Löhne, Zinsen
    • Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe
    • Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen /Arbeitslosenquote / offene Stellen
  • Zur Unterstützung, Beurteilung und Voraussage der konjunkturellen Entwicklung

Frühindikatoren

  • Auftragseingänge
  • Baugenehmigungen
  • Börsenkurse
  • Kreditzusagen

Präsenzindikatoren

  • Reales BIP
  • Produktionsindex
  • Kapazitätenauslastung
  • Überstunden

Spätindikatoren

  • Arbeitslosenquote
  • Zahl der Insolvenzen
  • Preise

Kritik am Inlands­produkt als Wohlstands­indikator

Folgende Punkte werden nicht im Inlandsprodukt (BIP) berücksichtigt:

  • immaterielle Güter die zur Lebensqualität beitragen
  • Güter die keinen Marktpreis haben
  • Schattenarbeit (Schwarzarbeit) geht nur als Schätzgröße ins Inlandsprodukt
  • Qualität der Produkte (nur Menge und Preis)
  • Einkommensverteilung
  • Freizeit
  • Soziale Kosten: Sie werden von der ganzen Gesellschaft getragen. (Bsp.: Umweltverschmutzung ⇒ Gesundheitsschäden)
  • Beseitigung von Umweltschäden geht als Nettoinvestition ins BIP, ist aber nur eine Werterhaltung keine Wertschöpfung
  • Staatliche Leistungen (Bildung, Parks): Die Kosten sind nicht gleich das Ergebnis
  • Vorleistung werden als Konsum angesehen

Ursache der Kon­junktur­zyklen

Monetäre Theorien

  • Monetäre Faktoren (Geldmengen. und Zinsveränderungen)
  • Mehr Geldmenge → größere Kreditvolumen
  • Hält bis zu Kapazitätsgrenze an (Mehr Nachfrage → Preissteigerungen)

Überinvestitionstheorien

Es wird mehr Produktionskapazität geschafft, als wirklich nachgefragt wird. Der Abbau dieser Überkapazitäten ist der Konjunkturabschwung.

Große Produktionskapazität > Konsum

Unterkonsumtionstheorie

Es werden die Produktionskapazitäten gesteigert. Die Löhne und Gehälter steigen aber nicht genug mit, also haben die Haushalte nicht genug Kaufkraft.

Produktionskapazität > geringer Konsum

Exogene (außenwirtschaftliche) Theorien

Schuld wird in nicht beeinflussbaren Faktoren wie Naturkatastrophen, Erfindungen und Entdeckungen und in optimistischen bzw. pessimistischen Erwartungen (psychologische Theorien) gesehen. Politischer Zusammenhang wird versucht herzuleiten.