Religion

Abitur 2020 Abdecker

Identiät und Religion

T

Thesen zur Ausbildung der Identität

E

Erschließungs­erfahr­ungen

G

Gottesbilder von Esther Maria Magnis

G

Gottes­vorstellungen in der Bibel

E

Entwicklung der Gottes­vorstellung

T

Trinität (Dreifaltigkeit)

Thesen zur Ausbildung der Identität

  • Familie, Erziehung, Tradition
  • Verhalten der Umwelt, Charakter
  • Erlebnisse, Ereignisse, Schicksal
  • Erfolg, Verluste
  • Freunde, soziales Umfeld
  • eigener Weg, Entscheidungen
  • Authentizität
  • genetische Veranlagung
  • Verhalten / Selbststeuerung
  • Rollen
  • Lebensraum
  • Interessen, Hobbys
  • Selbstreflexion
  • Kultur
  • Zeit, Epoche
  • Persönlichkeitsentwicklung
    • Eigene Entwicklung
    • Fremdbild
    • Selbstbild

Erschließungs­erfahr­ungen

  • besondere Erfahrung "erschließen" dem Menschen die Tiefendimension von Wirklichkeit, sie "schließen" ihn dafür "auf"
  • katalysierende Wirkung der Erfahrung = die Erfahrung bewirkt eine Wandlung, Krise, Entscheidung o. ä.
  • treten verstärkt in besonderen Lebenssituationen bzw. in Krisen auf  (Tod, Verliebtheit...) 
  • können sich als falsch herausstellen (z. B. Okkulte, Selbstmordattentate, Sekten)

Gottesbilder von Esther Maria Magnis

Kirche / Erwachsene / Gesellschaft

  • spießig, gibt Regeln, Richter Moralapostel
  • Gott ist unerreichbar
  • verschiedene Gottesbilder steht im Widerspruch zum Gottesbild von ihr als Kind

Kind

  • findet ihn interessant, mag ihn, nett, positiv, Gespür für Gottes Anwesenheit → kann ihn nicht halten ⇒ Enttäuschung
  • spürt Präsenz Gottes in sich → Verstärkung durch Gebet
  • Freund, Zuhörer
  • Gott = Natur

Jugend

  • spießig, erkennt Widerspruch
  • Gebet zur Erfüllung von Wünschen (z. B. Klausuren)
  • sie spürt ihn, erinnert sich
  • ihr fehlt seine Hilfe, entfernt sich von ihm
  • hinterfragt Beten
  • Taten wichtiger als Worte auf Erlösung
  • Hinterfragen des Glaubens
  • Verlust des Gefühls, was Gott von ihr will
  • Erkenntnis, das Welt und Kirche nicht vereinbar sind
  • Gott ist nicht mehr greifbar
  • Gott kann Wunder vollbringen, hält fest an der Überzeugung

Gottes­vorstellungen in der Bibel

Altes Testament

  • eng verknüpft mit den politischen, sozialen und religiösen Verhältnissen in 2-6 Jh. v. Chr. in Palästina
  • Das Gottesbild hat sich aus der lang geschichtlichen Erfahrungen Israels entwickelt.
  • dadurch entstand eine Vielfalt an Gottesbildern (Namen, Metaphern, Erzählungen)
    • Erzählungen von der Befreiung des Volkes (Wegbegleiter)
    • Schöpfungserzählungen → Macht und Fürsorge Gottes (Schöpfer)
    • dialogischer Gott, der mit Menschen spricht, Aufträge erteilt (Berufung)
    • Vertragspartner, Bundespartner
    • lässt Menschen nicht im Stich (Retter, Hirte, Richter)
    • gibt Gesetze zum Schutz Fremder und Benachteiligter
    • Zorn Gottes als Strafe (Mörder, Entscheider über Leben und Tot)
  • diese vielfältigen Erzählungen lassen sich nicht zusammenfassen zu einem Gottesbild
  • spannungsreiche, ausdrucksstarke, teilweise widersprüchliche Bilder



Neues Testament

  • Jesus steht in der jüdischen Tradition, er übernimmt diese Gottesbilder
  • für ihn ist Gott ein liebender, fürsorglicher Vater
  • Gott der Armen, Kranken, Ausgestoßenen
  • kritisiert Leiden als Strafe
  • richtet die hartherzigen, ist parteiisch mit den Leidenden
  • erwartet Veränderung, Solidarität, Empathie
  • Ethik als Maßstab für den Glauben an Gott
  • Mitleid und tätige Nächstenliebe

Entwicklung der Gottes­vorstellung

Frühe Kindheit

(der elterliche Gott)

  • erstes inneres Gottesbild entsteht
  • Eltern fließen mit ein
  • positives wie negatives
  • Grund- / Misstrauen, Geborgenheit, Verlassenwerden, Wunscherfüllungen

Späte Kindheit

(die Unterscheidung zwischen Gottes- und Elternbild)

  • "Gott sieht alles" - ambivalentes Gottesbild
  • Gottes Liebe muss man verdienen
  • verbinden des eigenen mit dem "offizellen" Gottesbild aus Schule, Kirche, usw.
  • gesehen eher als Geist

Jugendalter

(Verinnerlichung, Verpersönlichung und Abstraktion des Gottesbildes)

  • Frage nach Gott bleibt im Untergrund
  • auch beschäftigt mit ohne Nähe zu Kirche oder christlicher Lehre
  • Gottesbeziehung sehr einfach zerstörbar durch sinnloses Verhalten Erwachsener
  • "drei Quellen" zur Entwicklung des Gottesbildes
    • Einsamkeit und Freundschaft
    • Neigung zur Idealisierung (Gott/Jesus als großes Vorbild), Schuld durch Versagen in sittlichen Idealen
    • religiöse Zweifel in einer allgemeinen Vertrauen
  • stattfinden eines Abstaktionsprozesses:
    • Gott ist im Mensch und in der Natur
    • nur noch indirekt darstellbar

Erwachsene

(weitere Phase)

komplexere Vorstellungsweisen können zu neuem sinnstiftenden Symbolverständnis von Gott führen.

Trinität (Dreifaltigkeit)

Gottesvorstellung der hellenistischen Philosophie (Neuplatonismus)

  • "göttlicher" Ursprung allen Seins, intensiviste Wirklichkeit, das Vollkommene, ewig
  • Seinsprinzip

+ biblisches Gottesbild → Wurzeln in Erzählungen von Handeln Gottes

= christlich Antike übernimmt in der Geschichte den philosophischen Ansatz und intigriert den Glauben an Jesus Christus und entwickelt die Lehre von der "Trinität" → zahlreiche Gotteserfahrungen und -Bilder vereinigt. Gott erscheint in 3 göttlichen Personen, die sich gegenseitig durchdringen und Miteinander im Dialog stehen: Gott-Vater, Gott-Sohn, Gottt-Heiliger-Geist.

Gott hat sich auf dreifache Weise offenbart:

  • als Schöpfer der Welt
  • in Person und Werk Jesu
  • Menschen in seiner Nachfolge aus dem Geist Jesu

Vergleich mit "Ich - Du - Wir"

  • "Ich" (Gott) direkt verständlich
  • "Du" setzt "Ich" voraus (Vater - Sohn (Jesus) Beziehung)
  • "Wir" (Heilige Geist) setzt "Ich" und "Du" voraus